Freitag, 21. Juni 2024
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    HIV-PrEP in der Schweiz für Risikogruppen ab Juli gratis

    In der Schweiz soll es in sieben Jahren keine Ansteckungen mit HIV oder Hepatitis mehr geben. Dazu wurde ein ehrgeiziges Programm gestartet. Als Teil dieses Programms soll die HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) in der Schweiz künftig gratis an Risikogruppen abgegeben werden.

    Bis zum Jahr 2030 soll es in der Schweiz keine Ansteckungen mit dem HI-Virus und keine neue Infektionen mit Hepatitis B und C geben. Das ist die Vorgabe des neuen Nationalen Programms „Stopp HIV, Hepatitis-B-, Hepatitis-C-Virus und sexuell übertragene Infektionen“ (Naps), das der Bundesrat Ende November verabschiedet hat.

    Krankenversicherung übernimmt ab 1. Juli die PrEP-Kosten

    Ein wichtiger Punkt des Naps: Die obligatorische Krankenpflegeversicherung wird ab 1. Juli 2024 bei Personen mit erhöhtem Risiko die Kosten für die HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) übernehmen. Außerdem sieht das Programm einfache und niederschwellig zugängliche Testangebote vor. Damit geht die Schweiz den Weg anderer Länder wie Deutschland, Spanien oder Österreich.

    Für die Aids-Hilfe Schweiz ein wichtiger erster Schritt. „Es braucht jedoch weiterhin ergänzende Angebote: Für Menschen, die sich durch eine hohe Franchise die PrEP nicht leisten können und für junge Menschen, die ihre Krankenpflegeversicherung über die erziehungsberechtigten Personen beziehen und mit ihnen nicht offen über Sex und Sexualität sprechen können“, betont Florian Vock, Leiter des Präventions-Bereichs.

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    Für die Aids-Hilfe Schweiz ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

    Zur Zeit seien gerade für Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko die Hürden zu Beratung, Impfung, Testung und Behandlung zu hoch, so das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Eine weitere Hürde für den Zugang zum Schweizer Gesundheitssystem sei, dass Erkrankte und Infizierte weiterhin stigmatisiert und diskriminiert würden.

    Die Aids-Hilfe Schweiz freut sich über die Verabschiedung des Programms. Es sei ein wichtiger Schritt in Richtung Eliminierung von HIV und Hepatitis B und C, sowie der Reduzierung anderer sexuell übertragbarer Infektionen (STI) bis zum Jahr 2030. Sie fordert nun eine klare und verbindliche Einbindung der Kantone in die Umsetzung des Programms.

    Nun sollen auch die Kantone in die Pflicht genommen werden

    „Eine effiziente und klare Zusammenarbeit der Kantone ist unerlässlich, um die Eliminationsziele bis 2030 zu erreichen. Die Aufgaben der Kantone sollten nicht als Option, sondern als klare Verpflichtung betrachtet werden“, erklärt dazu Andreas Lehner, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz.

    Das Naps-Programm soll vor allem jene ansprechen, die ein erhöhtes Risiko für HIV, Hepatitis B und C oder andere sexuell übertragbare Infektionen haben. Dazu gehören neben Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), auch Drogenkonsument:innen, Personen aus Ländern, in denen STI oft auftreten, Häftlinge und Sexarbeiter:innen. Verstärkt sollen auch Jüngere für die Risiken durch STI sensibilisiert werden.

    Seit 1987 gibt es in der Schweiz Programme zur Bekämpfung von HIV

    Das Programm betrifft Organisationen, Instanzen, Stellen und Fachpersonen, die in der Überwachung, Verhütung und Bekämpfung der enthaltenen Krankheiten tätig sind. Wer Geld aus dem Programm bekommt, muss seine Ziele offenlegen und auch die Wirkung der Maßnahmen nachweisen. Je nach Zuständigkeit tragen Bund und Kantone die Kosten für die Umsetzung des Programms.

    Das erste nationale Programm gegen HIV wurde in der Schweiz 1987 gestartet. Seitdem wurde es mehrmals verlängert und adaptiert. Seit 2011 sind auch andere sexuell übertragbare Infektionen Teil des nationalen Programms. Mit 1. Jänner 2024 soll es durch das Naps abgelöst werden, das erstmals auch Hepatitis B und C umfasst. Es soll auch besser auf epidemiologische Entwicklungen und medizinische Errungenschaften reagieren können.