Samstag, 20. Juli 2024
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    Ab heute gibt’s in der Schweiz die Gratis-PrEP

    Ab heute wird die HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) in der Schweiz von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Maßnahme ist Teil des neuen Nationalen Programms „Stopp HIV, Hepatitis-B-, Hepatitis-C-Virus und sexuell übertragene Infektionen“ (Naps)

    Es ist ein ehrgeiziges Programm, das der Bundesrat Ende November verabschiedet hat: Bis 2030 soll es in der Schweiz mit dem Nationalen Programm „Stopp HIV, Hepatitis-B-, Hepatitis-C-Virus und sexuell übertragene Infektionen“ (Naps) keine Neuinfektionen mit HIV, Hepatitis B oder C mehr geben. Ein international anerkanntes Mittel dazu: Die HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), die eine Ansteckung mit dem HI-Virus verhindert.

    Ab heute übernimmt bei Risikogruppen die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten

    Für Personen mit erhöhtem Risiko, sich mit HIV anzustecken, wird die PrEP ab heute in der Schweiz von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen. Der Checkpoint Zürich, die größte HIV-Anlaufstelle, hat deshalb schon im letzten Jahr empfohlen, unter Umständen die Versicherung zu wechseln.

    Für die Aids-Hilfe Schweiz ist die Gratis-PrEP ein wichtiger erster Schritt. „Es braucht jedoch weiterhin ergänzende Angebote: Für Menschen, die sich durch eine hohe Franchise die PrEP nicht leisten können und für junge Menschen, die ihre Krankenpflegeversicherung über die erziehungsberechtigten Personen beziehen und mit ihnen nicht offen über Sex und Sexualität sprechen können“, betont Florian Vock, Leiter des Präventions-Bereichs.

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    Es braucht außerdem einfache und niederschwellig zugängliche Testangebote

    So braucht es vor allem einfache und niederschwellig zugängliche Testangebote, weiß auch das zuständige Bundesamt für Gesundheit (BAG). Zur Zeit seien gerade für Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko die Hürden zu Beratung, Impfung, Testung und Behandlung zu hoch. Eine weitere Hürde für den Zugang zum Schweizer Gesundheitssystem sei, dass Erkrankte und Infizierte weiterhin stigmatisiert und diskriminiert würden.

    Das Naps-Programm soll vor allem jene ansprechen, die ein erhöhtes Risiko für HIV, Hepatitis B und C oder andere sexuell übertragbare Infektionen haben. Dazu gehören neben Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), auch Drogenkonsument:innen, Personen aus Ländern, in denen STI oft auftreten, Häftlinge und Sexarbeiter:innen. Verstärkt sollen auch Jüngere für die Risiken durch STI sensibilisiert werden.

    Das Programm betrifft Organisationen, Instanzen, Stellen und Fachpersonen, die in der Überwachung, Verhütung und Bekämpfung der enthaltenen Krankheiten tätig sind. Wer Geld aus dem Programm bekommt, muss seine Ziele offenlegen und auch die Wirkung der Maßnahmen nachweisen. Je nach Zuständigkeit tragen Bund und Kantone die Kosten für die Umsetzung des Programms.