Freitag, 21. Juni 2024
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    EU-Gesundheitsbehörde warnt vor sexuell übertragbaren Infektionen

    Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) warnt heute vor einem beunruhigenden Anstieg von registrierten Fällen sexuell übertragbarer Infektionen (STI) in Europa. /Ü

    48 Prozent mehr Fälle von Gonorrhöe

    Im Berichtsjahr 2022 habe sich die Zahl der in der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gemeldeten Fälle im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. So stieg etwa die Zahl der auch als Tripper bekannten Gonorrhöe-Fälle auf 70.881 gemeldete Fälle – um 48 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

    Syphilis nahm im selben Zeitraum um 34 Prozent auf 35.391 Fälle zu. Bei Chlamydien, einer sexuell übertragbaren Bakterieninfektion, betrug die Zunahme 16 Prozent: So wurden insgesamt 216.508 Fälle gemeldet. Alle drei Erkrankungen sind bei rechtzeitiger Entdeckung gut behandelbar.

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    Für ECDC-Direktorin „Spitze des Eisberges“: Sofortmaßnahmen nötig

    „Diese Zunahme ist erstaunlich und sie ist besorgniserregend“, sagte die ECDC-Direktorin Andrea Ammon bei einer Pressekonferenz in Stockholm: „Diese Zahlen, so hoch wie sie sind, stellen sehr wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges dar.“ Denn die Fälle werden nicht in allen Staaten gleich gut beobachtet und gemeldet.

    Es seien „dringend Sofortmaßnahmen“ nötig: „Tests, Behandlung und Prävention stehen im Mittelpunkt jeder langfristigen Strategie“, so Ammon. Man müsse die gesundheitliche Aufklärung zu sexuellen Themen ausbauen, den Zugang zu Test- und Behandlungsdiensten ausweiten und die Stigmatisierung, die mit STI einhergeht, bekämpfen, so Ammon weiter.

    Durch Aufklärung sollen Menschen informationsbasierte Entscheidungen treffen, heißt es aus dem ECDC weiter: So müsse etwa das Wissen um die Bedeutung der konsequenten Verwendung von Kondomen geschärft werden. Nicht behandelte STI können zu ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen führen, warnt das ECDC.