Freitag, 21. Juni 2024
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    Welt-Aids-Tag: Expert:innen warnen vor HIV-Epidemie in Osteuropa

    Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember warnen Expert:innen vor einem gefährlichen Anstieg der Infektionen in Osteuropa. Dort sind vor allem Heterosexuelle von einer HIV-Infektion betroffen.

    Während der Corona-Pandemie war HIV in den Hintergrund gerückt. Doch noch sind HIV und Aids nicht besiegt, mahnen Expert:innen – und das praktisch vor unserer Haustüre.

    Vor allem in Russland geben die Zahlen der Neuinfektionen Grund zur Besorgnis

    „Besonders in Osteuropa steigt die Neuinfektionsrate weiter an“, warnt der Infektiologe Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er übernimmt bei der 25. Welt-Aids-Konferenz, die von 22. bis 26. Juli 2024 in München stattfindet, den örtlichen Kongressvorsitz.

    Dort steigen die HIV-Neuinfektionen stark, vor allem in Russland, heißt es im aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). In Teilen Osteuropas entwickle sich demnach eine Epidemie unter heterosexuellen Kontakten. Das liege dem RKI zufolge vor allem am Fehlen einer effektiven Präventionsarbeit unter Menschen, die Drogen konsumieren.

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    Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz könnte es besser aussehen

    In Deutschland, Österreich und der Schweiz stagniert die Zahl der Neuinfektionen oder steigt sogar an. In Deutschland haben sich im letzten Jahr etwa 1.900 Menschen mit HIV infiziert. Das wären etwa 100 HIV-Neuinfektionen mehr als im Jahr 2021. Dabei stagniert die Zahl der Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), seit drei Jahren bei etwa 1.000 Menschen – auch durch die Verfügbarkeit der HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP).

    Den Anstieg an HIV-Neuinfektionen gibt es in Deutschland vor allem durch heterosexuellen Sex und bei Menschen, die intravenös Drogen konsumieren. In der Schweiz wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) im letzten Jahr 371 neue HIV-Infektionen gemeldet – ein deutlicher Anstieg um 14 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor, in dem 325 Fälle gemeldet wurden.

    Covid als Grund für höhere HIV-Infektionszahlen?

    Ein Grund für den Anstieg dürfte sein, dass während der Covid-Pandemie weniger HIV-Tests gemacht wurden und das nun nachgeholt wird. Bei Heterosexuellen liegt die Herausforderung dem RKI zufolge daran, dass sich HIV-Positive oder jene mit einem erhöhten Infektionsrisiko weniger in Großstädten konzentrierten – und am Land sei das Testangebot schlechter.

    Doch außerhalb Europas gibt es durchaus positive Signale im Kampf gegen Aids: Wie die Nachrichtenagentur AFP meldet, ist die Zahl der HIV-Infizierten in Südafrika erstmals in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das ergab eine Untersuchung der südafrikanischen Forschungsagentur Human Sciences Research Council (HSRC).

    Insgesamt lebten 2022 rund 39 Millionen Menschen mit HIV. Pro Jahr infizieren sich etwa 1,3 Millionen Menschen mit dem Immunschwächevirus.