Freitag, 21. Juni 2024
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    Impfung gegen HIV: US-Experten punkten mit neuer Strategie

    Ein neuer Weg, das Virus zu besiegen, scheint vielversprechend zu sein

    Neue Hoffnung im Kampf gegen HIV: Bereits im nächsten Jahr soll ein neuartiger Impfstoff gegen das Immunschwäche-Virus an Menschen getestet werden. Das kündigten Wissenschaftler des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), einer US-Forschungseinrichtung und Teil der National Institutes of Health (NIH), an.

    Epitop-Impfstoff soll den Virus besiegen

    Der Impfstoff greift einen verwundbaren Teil des HI-Virus an, berichten die beteiligten Experten in einem Artikel für das Fachmagazin Nature Medicine. Er basiert auf Epitopen, das sind kleine Bereiche eines Antigens, gegen den das Immunsystem Antikörper bildet. Dieses Epitop kann dann Teile des HI-Virus neutralisieren. Es wurde erst vor zwei Jahren entdeckt. In Tests an Mäusen, Meerschweinchen und Affen gelang es, mit dem Wirkstoff wirksame HIV-Antikörper zu erzeugen.

    „Wissenschaftler der NIH haben ihr detailliertes Wissen über die Struktur von HIV genutzt, um einen ungewöhnlichen Ort zu finden, an dem der Virus verwundbar ist, und so ein neuartiges und potenziell starken Impfstoff entwickelt“, sagte NIAID-Direktor Anthony S. Fauci: „Diese elegante Studie ist ein wichtiger möglicher Schritt auf dem Weg zur Entwicklung eines sicheren und wirksamen HIV-Impfstoffes.“

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    Die Antikörper neutralisierten bis zu 31 Prozent der HI-Viren

    „Unter Verwendung der bekannten Struktur des Fusionspeptids konstruierten die Forscher viele Immunogene oder Proteine, die eine Immunantwort aktivieren sollen, um den Impfstoff herzustellen“, erklärt Benjamin Adams im HIVPlus Magazine. Das Immunogen, das sich durchgesetzt hat, bestand aus acht Aminosäuren des Fusionspeptids, die an einen Träger gebunden waren, der eine starke Immunantwort erzeugte. Die Forscher haben dieses Immunogen auch mit einer Replik der HIV-Spike gepaart.

    Die Forscher testeten dann verschiedene Kombinationen und analysierten die Antikörper, die durch den Impfstoff erzeugt wurden. Die Antikörper waren, wie geplant, an das HIV-Fusionspeptid gebunden und neutralisierten bis zu 31 Prozent der Viren einer Gruppe von 208 HIV-Stämmen aus der ganzen Welt.

    Nun müssen die Wissenschaftler weitere empirische Daten sammeln. Versuche mit den neuen Impfstoffen am Menschen werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 beginnen.