Freitag, 21. Juni 2024
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    Israel lockert Blutspende-Regeln für schwule und bisexuelle Männer

    Erneuter Test nach vier Monaten statt ein Jahr Enthaltsamkeit

    Ab Sonntag können schwule und bisexuelle Männer in Israel Blut spenden, auch wenn sie in den zwölf Monaten zuvor Sex mit einem anderen Mann hatten. Mit 1. April tritt eine neue Regelung in Kraft, die zunächst auf zwei Jahre befristet ist.

    Das Plasma wird bis zu einem zweiten Test des Spenders gefroren

    Demnach müssen schwule und bisexuelle Männer, die zwischen 1979 und den letzten zwölf Monaten vor der Spende gleichgeschlechtlichen Sex hatten, bei der Spende auf dem entsprechenden Formular ein Kästchen ankreuzen, dass sie am „Plasma-Gefrier-Projekt“ teilnehmen wollen.

    Dann wird das Blutplasma, wenn es nach den Routinetests für verwendbar erklärt wird, für vier Monate eingefroren. Danach muss der Spender erneut kommen und Blut abgeben. Dieses wird auf Infektionskrankheiten überprüft, darunter auch HIV. Ist diese Probe negativ, wird das gefrorene Plasma rückwirkend freigegeben. Andere Bestandteile wie Blutkörperchen oder Blutplättchen werden bei diesen Spenden nicht verwendet.

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    Brücke zwischen dem Wunsch zur Blutspende und sicherem Blut

    Für das israelische Gesundheitsministerium und den Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) ist diese Regelung für die Bluspende schwuler und bisexueller Männer sei Teil von Bemühungen „eine Brücke zu schlagen zwischen dem Wunsch der LGBT-Gemeinde, Blut zu spenden, und der Sicherheit des Spenderbluts“, wie es in einer gemeinsamen Aussendung heißt.

    Zuvor galt, wie in vielen anderen Ländern auch, die Regel, dass schwule und bisexuelle Männer nur dann Blut spenden dürfen, wenn sie ein Jahr enthaltsam gelebt haben. Das ist aber für viele Betroffene kein gangbarer Weg.

    Ein „wichtiger historischer Schritt in Richtung Gleichstellung“

    Für die Knesset-Abgeordnete Meirav Ben-Ari, die sich im israelischen Parlament für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzt, ist die Initiative deshalb ein „wichtiger, historischer Schritt in Richtung Gleichstellung“. Auch MDA-Leiter Eli Bin freut sich, dass nun alle Bürger ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung mithelfen könnten, Leben zu retten.

    In Österreich und der Schweiz ist Männern, die mindestens einmal im Leben Sex mit einem Mann hatten, die Blutspende untersagt. In Deutschland können schwule und bisexuelle Männer Blut spenden, wenn sie in den zwölf Monaten zuvor keinen sexuellen Kontakt zu einem anderen Mann hatten.