In Nordmazedonien sind erstmals zwei Fälle der Viruserkrankung Mpox (ehemals Affenpocken) nachgewiesen worden. Die beiden infizierten Männer stammen aus der Hauptstadt Skopje. Sie hatten laut eigenen Angaben keinen Auslandsaufenthalt. Die Gesundheitsbehörden sprechen von voneinander unabhängigen Fällen.
Gesundheitsministerium meldet ersten Mpox-Nachweis
Das Institut für öffentliches Gesundheitswesen in Nordmazedonien teilte mit, dass die Diagnose durch drei unterschiedliche Labortests bestätigt wurde. Die Untersuchungen erfolgten auf Empfehlung der Klinik für Hautkrankheiten. Zusätzlich wurden bei den Patienten Tests auf HIV, Syphilis und Herpes durchgeführt. Einer der Männer befindet sich derzeit in der Klinik für Infektionskrankheiten in Skopje, der andere hat sich laut Medienberichten bisher nicht in Behandlung begeben.
Nach Angaben des Instituts wurden unmittelbar nach Bekanntwerden der Befunde alle zuständigen Einrichtungen informiert. Dazu zählen das Gesundheitsministerium sowie beide behandelnden Kliniken. Epidemiologinnen und Epidemiologen haben außerdem mit Befragungen der betroffenen Personen begonnen, um nähere Informationen zur Herkunft der Infektion zu gewinnen. Die Herkunft der Infektion ist bislang unklar.
Behörden rufen zur Ruhe auf
Der stellvertretende Gesundheitsminister Jovica Andonovski erklärte am Freitag, dass es „keinen Grund zur Panik“ gebe, da alle notwendigen Maßnahmen bereits umgesetzt würden. Diese Einschätzung teilt auch Marija Andonovska, Direktorin des Instituts für öffentliches Gesundheitswesen. Sie sagte, Mpox sei keine neue Krankheit, und es existierten bewährte Behandlungsprotokolle.
Auch in einer offiziellen Mitteilung des Instituts wird betont, dass keine Veranlassung für Panik bestehe. Alle beteiligten Einrichtungen würden „schnell und professionell“ auf die Situation reagieren, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, bei Symptomen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Internationale Einschätzungen zur Lage
Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind derzeit keine Reisebeschränkungen innerhalb Europas erforderlich. Die Behörde beobachtet die epidemiologische Lage aber weiterhin genau. Mpox wird vor allem durch engen körperlichen Kontakt übertragen, unter anderem beim Geschlechtsverkehr. Daher rät das ECDC zu erhöhter Wachsamkeit und Hygienebewusstsein, insbesondere nach Auslandsaufenthalten.
Rückkehrende Reisende sollen demnach für einen Zeitraum von 21 Tagen auf mögliche Symptome achten und sich im Verdachtsfall an medizinisches Fachpersonal wenden.
WHO warnte bereits 2024 vor neuer Virusvariante
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Jahr 2024 wegen einer hochansteckenden Mpox-Variante eine weltweite Notlage ausgerufen. Diese sogenannte Klade Ib wurde unter anderem in Deutschland bei einer Familie mit Kindern nachgewiesen. Diese ist nicht identisch mit jener Variante, die beim größeren Mpox-Ausbruch im Jahr 2022 insbesondere unter Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, vorherrschte.
Seither gilt Mpox als eng überwachter Erreger in Europa. In Nordmazedonien beobachten die Behörden nun erstmals Infektionen im eigenen Land. Die Gesundheitsdienste setzen auf frühzeitige Diagnose und gezielte Maßnahmen zur Kontrolle der Situation.

