HomeAllgemeinBerlin: Schon mehr Mpox-Infektionen als im gesamten Vorjahr

Berlin: Schon mehr Mpox-Infektionen als im gesamten Vorjahr

In Berlin liegen die Mpox-Fallzahlen bereits auf dem Niveau des gesamten Vorjahres. Experten sehen Hinweise auf Impflücken und rufen zu Aufmerksamkeit auf.

In Berlin sind seit Anfang 2025 insgesamt 69 Mpox-Fälle gemeldet worden. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) hervor. Allein in der 15. Meldewoche vom 14. bis 17. April kamen sechs neue Fälle hinzu. In der darauf folgenden Woche stieg die Zahl um weitere drei Fälle.

Die Zahl der Mpox-Infektionen des gesamten Vorjahres in Berlin ist damit bereits leicht überschritten. 2024 hatte das LAGeSo insgesamt 67 Fälle registriert. Auch andere Bundesländer melden weiter steigende Zahlen. Nordrhein-Westfalen registrierte etwa bis zur 16. Woche bereits 41 Fälle, davon 17 in Köln. Im Vorjahreszeitraum waren es dort nur sieben.

Betroffen sind vor allem Männer im Alter von Mitte 30

Nach Angaben des LAGeSo handelt es sich bei den Betroffenen in Berlin fast ausschließlich um Männer im durchschnittlichen Alter von 34 Jahren. Für die meisten Erkrankten liegen keine vollständigen Impfstatus-Daten vor. Ein Mann erhielt laut LAGeSo eine Impfdosis gegen Mpox. 60 Personen hatten keine Impfung, zu weiteren Betroffenen gibt es keine Angaben.

Die Infektionen betreffen offenbar vor allem bestimmte Risikogruppen, in denen Impflücken bestehen könnten. „Der Anstieg der Mpox-Fallzahlen mit überwiegend lokaler Ansteckung deutet auf eine Zirkulation von Mpox der Klade II in bestimmten Risikogruppen in Berlin hin“, heißt es im Wochenbericht des LAGeSo.

Bereits im Jahr 2022 hatte es weltweit einen größeren Mpox-Ausbruch gegeben, insbesondere unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Damals registrierte Berlin von Mai 2022 bis Januar 2023 insgesamt 1.676 Mpox-Fälle. Die aktuellen Zahlen liegen trotz des Anstiegs deutlich darunter.

Übertragungswege: Körperkontakt steht im Vordergrund

Mpox wird nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hauptsächlich durch engen Hautkontakt übertragen – etwa beim Sex, Küssen oder Kuscheln, aber auch über gemeinsam genutzte Sextoys, Bettwäsche oder Handtücher. Expert:innen betonen, dass das Virus nicht ausschließlich sexuell übertragen wird.

Für aktuelle Informationen über Symptome, Übertragungswege und Impfmöglichkeiten stehen in der deutschen Hauptstadt unter anderem das Projekt sidekicks.berlin sowie die Aids-Hilfe zur Verfügung. Die Behörden appellieren, bei möglichen Symptomen frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen und sich über Präventionsangebote zu informieren.

Werbungspot_img