Viele Nutzer wiederverwendbarer Trinkflaschen glauben, dass einfaches Ausspülen mit Wasser ausreicht. Doch das ist ein Irrtum. Wie die BBC berichtet, konnten Forscher rund um Lebensmittelsicherheitsexperte Carl Behnke an der Purdue University in den USA zeigen, dass Flaschen selbst nach kurzem Gebrauch stark mit Bakterien belastet sind. Besonders häufig fanden sich Keime, die über die Hände oder den Mund in die Flasche gelangen.
„Das glitschige Gefühl im Inneren der Flasche kam nicht vom Material, sondern von einem Biofilm aus Bakterien“, erklärt Behnke. Diese Biofilme bilden sich schnell und sind mit einfachem Ausspülen kaum zu entfernen. Besonders gefährlich wird es, wenn sich darin krankheitserregende Keime wie E. coli oder sogar antibiotikaresistente Bakterien ansiedeln.
Wie oft sollte die Wasserflasche gereinigt werden?
Einem Bericht des ZDF zufolge reicht es nicht, die Flasche nur kurz mit Wasser auszuspülen. Bei täglicher Nutzung sollte die Reinigung ebenfalls täglich erfolgen. Mikrobiologin Primrose Freestone von der University of Leicester warnt: Selbst wenn nur Wasser in der Flasche war, können Speichelreste und Nährstoffe aus dem Mund Bakterienwachstum fördern.
Wird die Flasche über Stunden bei Zimmertemperatur verwendet, vermehren sich Keime exponentiell – von 75.000 auf über 1 Million pro Milliliter innerhalb eines Tages, so eine Studie aus Singapur.
Am hygienischsten ist die Reinigung in der Spülmaschine – sofern die Flasche dafür geeignet ist. Wichtig ist ein Spülgang bei mindestens 60 Grad und ein vollständiges Trocknen im Anschluss. Stehen Wasserreste in der Flasche, können sich dort Pseudomonaden und andere Feuchtkeime einnisten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So reinigst du deine Wasserflasche richtig
Damit sich keine schädlichen Keime oder Schimmel bilden, empfiehlt sich eine gründliche Reinigung nach jeder Nutzung. Besonders effektiv ist eine Kombination aus mechanischer und chemischer Reinigung.
Grundreinigung (für den Alltag):
- Flasche mit heißem Wasser (mind. 60 °C) und Spülmittel füllen.
- Deckel aufsetzen, gut schütteln.
- Mit einer weichen Flaschenbürste die Innenwände und den Boden reinigen.
- Gründlich mit heißem Wasser ausspülen.
- Flasche offen und kopfüber trocknen lassen, idealerweise leicht schräg gestellt.
Für schwer zugängliche Stellen:
Auch Mundstücke, Deckel und Dichtungen sollten regelmäßig auseinandergenommen und ebenfalls gründlich gereinigt werden – entweder per Hand oder in der Spülmaschine, wenn das möglich ist. Kleine Bürsten oder Zahnbürsten helfen, alle Ritzen zu erreichen.
Reinigung mit Hausmitteln: Effektiv und kostengünstig
Neben klassischen Reinigungsmitteln können auch bewährte Hausmittel gegen Bakterien und Gerüche helfen.
- Backpulver oder Natron: Ein bis zwei Teelöffel mit warmem Wasser in die Flasche geben, nicht verschließen und einige Stunden einwirken lassen. Danach mit einer Bürste reinigen und gut ausspülen.
- Essig oder Zitronensäure: Verdünnte Lösungen wirken keimtötend, eignen sich jedoch nicht für alle Materialien – besonders Kunststoff und Aluminium können beschädigt werden.
- Gebissreiniger: Tabletten wie Kukident sind geschmacksneutral und antibakteriell – einfach in heißem Wasser auflösen, 15 Minuten einwirken lassen, dann ausspülen.
- Reis oder Salz: Grobkörniger Reis oder Salz entfernt mechanisch Beläge bei engen Öffnungen. Achtung bei empfindlichem Material – Kratzer möglich!
Wann sollte eine Wasserflasche ersetzt werden?
Auch bei bester Pflege haben Trinkflaschen ein Ablaufdatum – insbesondere bei Kunststoffflaschen. Hygieniker Dr. Christian-Georg Zinn erklärt: „Wenn eine Flasche beginnt, schlecht zu riechen, oder wenn sich Teile der inneren Auskleidung, zum Beispiel die Gummidichtungen, lösen, ist es Zeit, die Flasche auszutauschen.“ Als Faustregel gilt:
- Plastikflaschen: Nach etwa einem Jahr austauschen, bei Rissen oder Materialveränderungen schon früher.
- Glas- und Edelstahlflaschen: Deutlich langlebiger, jedoch bei dauerhaften Gerüchen oder Schäden ebenfalls austauschen.
Tipps für hygienische Flaschenwahl und Nutzung
Nicht jede Flasche ist gleich pflegeleicht – Material und Design beeinflussen die Reinigungsfreundlichkeit.
- Bevorzuge Flaschen mit breiter Öffnung. Diese lassen sich besser reinigen als schmale Modelle.
- Vermeide Zuckerhaltiges in deiner Flasche. Getränke wie Säfte, Tee mit Zucker oder Proteinshakes fördern das Wachstum von Mikroben.
- Lass die Flasche nicht offen in der Sonne oder im warmen Auto liegen. Wärme fördert das Bakterienwachstum.
Fazit: Regelmäßige Reinigung mit heißem Wasser und Spülmittel, das Trocknen an der Luft und der richtige Umgang mit Hausmitteln sind entscheidend, um Keime in Wasserflaschen zu minimieren. Wer seine Flasche täglich nutzt, sollte sie auch täglich gründlich reinigen.

